Gewitterheute

Ratgeber · von Sander Valkonet · Stand 23.10.2026

Blitzschutz zu Hause

Im Haus bist du bei Gewitter gut geschützt. Gefährdet sind vor allem die Geräte: Ein Blitzeinschlag in der Nähe kann über Strom-, Telefon- und Antennenleitungen Überspannungen ins Haus tragen.

Ist man im Haus sicher?

Ja. Ein massives Gebäude ist einer der sichersten Orte bei Gewitter, auch ohne Blitzableiter. Schlägt der Blitz direkt ein, sucht sich der Strom den Weg über Dach, Mauern, Leitungen und Rohre in die Erde. Für Menschen im Inneren ist das Risiko gering, wenn sie nicht gerade eine leitende Verbindung nach außen berühren.

Duschen, Baden, Abwaschen

Wasserleitungen aus Metall und das Wasser selbst können Strom leiten, wenn ein Blitz ins Haus oder in die Nähe einschlägt. Das Risiko ist sehr klein, aber vermeidbar: Viele Fachleute raten, während eines nahen Gewitters nicht zu duschen oder zu baden. Die halbe Stunde Abwarten kostet wenig.

Telefon, Handy und Computer

Ein schnurloses Telefon und das Handy sind unbedenklich. Ein schnurgebundenes Festnetztelefon und ein Computer am Netzkabel sind während eines nahen Einschlags dagegen mit der Außenwelt verbunden. Wer ganz sichergehen will, telefoniert drinnen mit dem Handy und arbeitet am Laptop im Akkubetrieb.

Was du bei einem nahen Gewitter ausstecken solltest

  • Fernseher, Receiver und alles, was am Antennen- oder Satellitenkabel hängt: Stromstecker und Antennenkabel ziehen.
  • Computer, Router, Spielkonsolen und Ladegeräte, wenn kein Überspannungsschutz vorhanden ist.
  • Geräte nicht mehr anfassen, wenn das Gewitter direkt über dir ist. Dann lieber stecken lassen.

Kühlschrank, Gefriertruhe und Heizung bleiben am Netz; sie sind meist robust, und ein Ausfall wäre schlimmer.

Überspannungsschutz

Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz schützen gegen kleinere Spannungsspitzen, aber nicht gegen einen direkten Einschlag. Wirksamer ist ein abgestuftes Konzept: Ein Elektriker baut im Zählerschrank einen Überspannungsschutz (Typ 1 und Typ 2) ein, an den Geräten ergänzen Schutzstecker (Typ 3). Bei Neubauten und größeren Elektroarbeiten ist ein Überspannungsschutz in Deutschland inzwischen in vielen Fällen vorgeschrieben.

Äußerer Blitzschutz (Blitzableiter)

Eine Blitzschutzanlage fängt den Blitz mit Fangstangen oder -leitungen auf dem Dach ein und leitet ihn über Ableitungen an der Fassade in einen Erder im Boden. Pflicht ist sie in Deutschland vor allem für Gebäude mit besonderem Risiko, etwa öffentliche Gebäude, hohe Häuser oder Gebäude mit Reetdach. Für ein normales Einfamilienhaus ist sie freiwillig, kann sich aber bei exponierter Lage, auf Anhöhen oder mit großer Photovoltaikanlage lohnen. Planung und Bau gehören in die Hand einer Fachfirma.

Photovoltaik und Wärmepumpe

Eine Solaranlage erhöht das Einschlagrisiko eines Hauses nach heutigem Wissensstand nicht nennenswert, bringt aber lange Leitungen und empfindliche Elektronik mit. Wechselrichter, Batteriespeicher und Wärmepumpe profitieren besonders vom Überspannungsschutz im Zählerschrank. Lass dich bei der Installation dazu beraten.

Elektroauto und Wallbox

Ein Elektroauto darf bei Gewitter laden; die Ladetechnik ist gegen übliche Netzstörungen geschützt. Gegen einen direkten Einschlag in der Nähe hilft aber nur ein Überspannungsschutz in der Hausinstallation, der auch die Wallbox einschließt. Wer bei einem nahen Gewitter ganz sichergehen will, unterbricht den Ladevorgang über App oder Wallbox, bevor das Gewitter da ist, und zieht den Stecker nicht mitten im Gewitter.

Was zahlt die Versicherung?

Ein direkter Blitzeinschlag ist in der Wohngebäude- und Hausratversicherung in der Regel versichert. Überspannungsschäden durch einen Einschlag in der Nähe sind in vielen, aber nicht in allen Verträgen enthalten, manchmal nur bis zu einer Höchstsumme. Ein Blick in die Bedingungen lohnt sich, bevor der Sommer beginnt.

Nach dem Gewitter

Riecht es verbrannt, flackert das Licht oder sind Sicherungen herausgesprungen, prüfe die Räume und im Zweifel den Dachboden. Bei Rauch oder Brandgeruch sofort die Feuerwehr unter 112 rufen. Defekte Geräte und Schäden fotografieren und der Versicherung melden.

Verhalten bei Gewitter im Freien · Blitz-Fakten · Regenradar

Weitere Ratgeber

Diese Hinweise ersetzen keine amtlichen Warnungen. Maßgeblich sind die Warnungen von DWD, GeoSphere Austria und MeteoSchweiz.

Darf man bei Gewitter duschen?

Das Risiko ist sehr gering, aber nicht null: Bei einem Einschlag ins Haus oder in die Nähe können Wasserleitungen Strom führen. Viele Fachleute raten deshalb, während eines nahen Gewitters nicht zu duschen oder zu baden.

Soll man bei Gewitter den Stecker ziehen?

Bei Fernseher, Receiver und Computer ohne Überspannungsschutz ja, und zwar Stromstecker und Antennenkabel, bevor das Gewitter da ist. Ist es direkt über dir, die Geräte nicht mehr anfassen.

Ist ein Blitzableiter für ein Einfamilienhaus Pflicht?

In Deutschland meist nicht. Pflicht ist er vor allem für Gebäude mit besonderem Risiko, etwa öffentliche oder sehr hohe Gebäude und Häuser mit Reetdach.