Ratgeber · von Sander Valkonet · Stand 23.10.2026
Blitz-Fakten: Was in einem Blitz passiert
Ein Blitz dauert nur Bruchteile einer Sekunde, erhitzt die Luft aber auf rund 30.000 Grad, mehr als die Oberfläche der Sonne. Die schlagartige Ausdehnung der Luft hören wir als Donner.
Die wichtigsten Zahlen
| Größe | Typischer Wert |
|---|---|
| Temperatur im Blitzkanal | etwa 30.000 °C |
| Stromstärke | meist 10.000 bis 30.000 Ampere, selten über 100.000 A |
| Spannung | mehrere hundert Millionen Volt |
| Dauer eines Blitzes | meist unter einer Sekunde, oft mit mehreren Teilentladungen |
| Länge | meist einige Kilometer, Wolkenblitze auch deutlich länger |
| Durchmesser des Kanals | wenige Zentimeter |
Wie ein Blitz entsteht
In der Gewitterwolke werden durch Zusammenstöße von Eiskristallen und Graupel elektrische Ladungen getrennt. Wird die Spannung zwischen Wolke und Boden zu groß, wächst ein schwach leuchtender Vorentladungskanal (Leitblitz) in Stufen nach unten. Kurz bevor er den Boden erreicht, wächst ihm von hohen Punkten wie Bäumen, Masten oder Kirchtürmen eine Fangentladung entgegen. Treffen sich beide, fließt der Hauptstrom, der Rückschlag, den wir als hellen Blitz sehen. Oft folgen im selben Kanal mehrere Folgeblitze, deshalb scheint ein Blitz zu flackern.
Wolkenblitz oder Erdblitz?
Die meisten Blitze schlagen gar nicht in den Boden ein, sondern entladen sich innerhalb der Wolke oder zwischen zwei Wolken. Nur ein Teil, je nach Gewitter etwa ein Viertel bis ein Drittel, sind Erdblitze. Satelliten wie der europäische MTG erfassen beide Arten, Messnetze am Boden vor allem die Erdblitze. Gewitter heute zeigt die Blitze vom Satelliten, siehe Blitze heute.
Warum es donnert
Der Blitz erhitzt die Luft im Kanal in Millionstelsekunden. Die Luft dehnt sich explosionsartig aus und erzeugt eine Druckwelle, den Donner. In der Nähe klingt er wie ein scharfer Knall, aus der Ferne wie ein langes Grollen, weil der Schall von verschiedenen Teilen des kilometerlangen Blitzkanals unterschiedlich lange zu dir unterwegs ist. Aus der Zeit zwischen Blitz und Donner lässt sich die Entfernung berechnen: drei Sekunden entsprechen etwa einem Kilometer. Unser Entfernungsrechner zählt für dich.
Wetterleuchten
Siehst du Blitze, aber hörst keinen Donner, ist das Gewitter meist weiter als 15 bis 25 Kilometer entfernt. Der Donner wird über diese Strecke so abgeschwächt und von Hindernissen gestreut, dass er nicht mehr zu hören ist. Wetterleuchten ist also kein eigenes Phänomen, sondern ein fernes Gewitter, das durchaus näher kommen kann.
Positive und negative Blitze
Die meisten Erdblitze transportieren negative Ladung aus dem unteren Teil der Wolke zum Boden. Ein kleiner Teil sind positive Blitze, die aus dem oberen, positiv geladenen Teil der Wolke kommen, oft aus dem Amboss weit vor oder hinter dem Gewitter. Positive Blitze haben oft eine höhere Stromstärke und dauern länger. Sie können kilometerweit vom Regen entfernt einschlagen, deshalb spricht man vom „Blitz aus heiterem Himmel“. Auch das ist ein Grund, nach dem letzten Donner noch 30 Minuten zu warten.
Wie Blitze gemessen werden
Bodenmessnetze registrieren die elektromagnetischen Wellen, die jeder Blitz aussendet, mit Sensoren an vielen Standorten und berechnen den Einschlagort aus den Laufzeitunterschieden. Seit einigen Jahren beobachtet zusätzlich der Lightning Imager auf dem europäischen Wettersatelliten MTG Blitze von oben: Er erkennt das Aufleuchten der Wolken, auch bei Wolkenblitzen, und deckt ganz Europa und Afrika ab. Die Blitzzahlen auf Gewitter heute stammen aus diesen Satellitendaten (EUMETSAT).
Kugelblitze
Augenzeugen beschreiben leuchtende Kugeln von einigen Zentimetern bis zu einem Meter Durchmesser, die nach einem Blitzeinschlag einige Sekunden schweben und dann verschwinden. Kugelblitze sind sehr selten, kaum dokumentiert und wissenschaftlich noch nicht abschließend erklärt. Im Labor ließen sich ähnliche Leuchterscheinungen erzeugen, etwa durch verdampfendes Silizium aus dem Boden.
Schlägt der Blitz zweimal an derselben Stelle ein?
Ja, und zwar häufig. Hohe, exponierte Bauwerke wie Fernsehtürme und Kirchtürme werden in jedem Gewittersommer mehrfach getroffen. Auch ein einzelner Baum auf einer Anhöhe kann mehrmals getroffen werden.
Wie gefährlich sind Blitze für Menschen?
In Deutschland sterben nach Angaben des Verbands der Elektrotechnik (VDE) pro Jahr nur wenige Menschen durch Blitzschlag; verletzt werden deutlich mehr, oft durch Einschläge in der Nähe über den Boden (Schrittspannung). Die meisten Unfälle passieren im Freien bei Sport, Arbeit und Freizeit. Wer bei Donner Schutz sucht, senkt sein Risiko stark: Verhalten bei Gewitter und Gewitter unterwegs.
Weitere Ratgeber
- Wie entsteht ein Gewitter?
- Unwetterwarnung: Was bedeuten die Warnstufen?
- Hagel: Entstehung, Größen und Schutz
- Blitzschutz zu Hause
- Alle Ratgeber
Diese Hinweise ersetzen keine amtlichen Warnungen. Maßgeblich sind die Warnungen von DWD, GeoSphere Austria und MeteoSchweiz.