Gewitterheute

Ratgeber · von Sander Valkonet · Stand 30.10.2026

Unwetterwarnung: Was bedeuten die Warnstufen?

Amtliche Wetterwarnungen kommen in Deutschland vom Deutschen Wetterdienst, in Österreich von GeoSphere Austria und in der Schweiz von MeteoSchweiz. Alle drei arbeiten mit Farben, aber nicht mit denselben Stufen.

Deutschland: die vier Stufen des DWD

Der Deutsche Wetterdienst warnt auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte, bei Gewittern oft auch für einzelne Gemeinden. Es gibt vier Stufen:

StufeFarbeBedeutung bei Gewitter
1 · WetterwarnunggelbGewitter mit Blitz und Donner, örtlich Sturmböen oder kleiner Hagel
2 · Markantes WetterorangeGewitter mit Sturmböen, Starkregen oder Hagel
3 · UnwetterrotSchwere Gewitter mit Orkanböen, heftigem Starkregen oder größerem Hagel
4 · Extremes UnwetterviolettExtrem heftige Gewitter mit extremen Böen, extremem Starkregen oder großem Hagel

Beim Regen nennt der DWD konkrete Mengen: Starkregen beginnt ungefähr bei 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde, heftiger Starkregen bei 25 bis 40 Litern und extrem heftiger Starkregen bei mehr als 40 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde. Die genauen Schwellen für Böen und Hagel stehen in den Warnkriterien auf dwd.de.

Daneben gibt es eine Vorabinformation Unwetter: Sie erscheint, wenn Unwetter in den nächsten Tagen wahrscheinlich, aber Ort und Zeit noch unsicher sind. Die eigentliche Warnung folgt meist erst kurz vorher, bei Gewittern oft nur 30 bis 90 Minuten im Voraus.

Österreich: GeoSphere Austria

GeoSphere Austria (früher ZAMG) warnt für Gemeinden und Bezirke in drei Farben: gelb (Vorsicht), orange (Achtung) und rot (Gefahr). Bei Gewitter steigt die Stufe mit der Stärke von Hagel, Sturmböen und Starkregen. Die Warnungen stehen auf geosphere.at und in der App „Wetterwarnungen“.

Schweiz: fünf Gefahrenstufen von MeteoSchweiz

MeteoSchweiz arbeitet wie alle Schweizer Naturgefahren-Fachstellen mit fünf Gefahrenstufen: 1 keine oder geringe Gefahr, 2 mäßige Gefahr (gelb), 3 erhebliche Gefahr (orange), 4 große Gefahr (rot) und 5 sehr große Gefahr (dunkelrot). Gewitterwarnungen gelten für einzelne Regionen und werden laufend angepasst. Zusätzlich warnen an vielen Seen orange Sturmwarnleuchten.

Was du bei welcher Stufe tun solltest

  • Gelb: Wetter im Blick behalten. Bei Donner Schutz suchen (Verhalten bei Gewitter). Gartenmöbel und Sonnenschirme sichern.
  • Orange: Aktivitäten im Freien, auf dem Wasser und in den Bergen verschieben. Auto möglichst in die Garage. Fenster und Dachfenster schließen.
  • Rot: Im Haus bleiben, Keller und Tiefgaragen meiden, wenn Starkregen gemeldet ist. Nicht unter Bäumen parken. Auf Durchsagen von Behörden und Feuerwehr achten.
  • Violett / dunkelrot: Lebensgefahr. Den Anweisungen der Behörden folgen, nicht ins Freie gehen und überflutete Straßen nie befahren.

Warnung, Radar und Vorhersage: der Unterschied

Eine Warnung ist die Einschätzung eines Wetterdienstes, was in den nächsten Stunden in einem Gebiet passieren kann. Das Regenradar zeigt dagegen, wo es gerade jetzt regnet und wie kräftig. Die Vorhersage sagt, wie wahrscheinlich Gewitter in den nächsten Tagen sind. Gewitter heute zeigt alle drei nebeneinander: das Radar, die amtliche Warnung für deinen Ort und das Gewitterrisiko aus der Punktvorhersage MOSMIX des DWD. Verbindlich sind immer die Warnungen der Wetterdienste selbst.

Warum Warnungen manchmal „falsch“ wirken

Gewitter sind kleinräumig. Ein Wetterdienst warnt für einen ganzen Landkreis, aber die Gewitterzelle trifft vielleicht nur ein paar Gemeinden darin. Für alle anderen wirkt die Warnung übertrieben. Umgekehrt kann eine neue Zelle so schnell entstehen, dass die Warnung erst kurz vor dem Gewitter kommt. Die Warnung ist deshalb kein Versprechen, sondern eine Einschätzung: In diesem Gebiet ist mit dem genannten Wetter zu rechnen. Wer zusätzlich das Radar beobachtet, sieht, ob eine Zelle wirklich auf den eigenen Ort zuzieht.

Warn-Apps

Für Warnungen direkt aufs Handy gibt es die WarnWetter-App des DWD, NINA (Bundesamt für Bevölkerungsschutz) und KATWARN, in Österreich die App von GeoSphere und in der Schweiz MeteoSwiss und Alertswiss. Seit 2023 verschickt Deutschland bei großen Gefahren zusätzlich Cell-Broadcast-Nachrichten an alle Handys in einem Gebiet.

Weitere Ratgeber

Diese Hinweise ersetzen keine amtlichen Warnungen. Maßgeblich sind die Warnungen von DWD, GeoSphere Austria und MeteoSchweiz.

Was ist der Unterschied zwischen Wetterwarnung und Unwetterwarnung?

Beim DWD sind Wetterwarnung (gelb) und Warnung vor markantem Wetter (orange) die Stufen 1 und 2. Von einer Unwetterwarnung spricht man ab Stufe 3 (rot); Stufe 4 (violett) ist eine Warnung vor extremem Unwetter.

Wie früh warnt der DWD vor Gewittern?

Konkrete Gewitterwarnungen kommen meist 30 bis 90 Minuten vorher, weil sich Gewitter kurzfristig bilden. Eine Vorabinformation Unwetter kann schon einen oder mehrere Tage vorher erscheinen.

Was bedeutet Stufe 3 bei MeteoSchweiz?

Erhebliche Gefahr (orange). Es ist mit Schäden zu rechnen; Aktivitäten im Freien sollten eingeschränkt werden.