Gewitterheute

Ratgeber · von Sander Valkonet · Stand 30.10.2026

Gewittersaison: Wann und wo es am häufigsten gewittert

In Mitteleuropa fallen die meisten Gewitter in die Monate Mai bis August, am häufigsten an heißen Nachmittagen. Im Süden und in den Bergen gewittert es deutlich öfter als im Norden und an der Küste.

Die Monate

Die Gewittersaison beginnt im April mit den ersten Schauern und Graupelgewittern und erreicht von Juni bis August ihren Höhepunkt. In diesen Monaten sind die Böden warm, die Luft enthält viel Feuchtigkeit, und die Sonne steht hoch genug, um den Boden kräftig aufzuheizen. Im September nehmen die Gewitter ab, im Oktober sind sie bereits selten. Von November bis Februar gibt es nur vereinzelte Wintergewitter.

Die Tageszeit

Wärmegewitter folgen dem Tagesgang der Sonne: Sie entstehen meist zwischen Mittag und frühem Abend, mit einem Maximum am Nachmittag. Nach Sonnenuntergang kühlt der Boden ab, und viele Gewitter fallen in sich zusammen. Gewitter an Kaltfronten und große Gewitterkomplexe halten sich nicht an diesen Rhythmus: Sie können nachts und am frühen Morgen durchziehen, manchmal mit den heftigsten Böen des Tages.

Die Regionen

Am häufigsten gewittert es dort, wo Wärme, Feuchtigkeit und Gelände zusammenkommen:

  • Alpen und Alpenvorland: in Oberbayern, im Allgäu, in Tirol, Salzburg, der Steiermark, Kärnten und den Schweizer Voralpen. Die Berge lösen Gewitter aus, die feuchte Luft liefert die Energie.
  • Süddeutschland: Baden-Württemberg und Bayern haben mehr Gewittertage als Norddeutschland.
  • Mittelgebirge: Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerischer Wald, Erzgebirge und Thüringer Wald sind typische Startpunkte für Gewitter an heißen Tagen.
  • Tessin und Südalpen: Hier sind Gewitter im Sommer besonders häufig und oft heftig.

An der Nord- und Ostseeküste gibt es im Sommer weniger Gewitter, weil das kühle Meer die Luft stabilisiert. Dafür sind dort Wintergewitter etwas häufiger als im Binnenland.

Monat für Monat

  • April: erste Schauer und kurze Graupelgewitter, meist bei Kaltluft mit Sonne dazwischen. Blitze sind noch selten.
  • Mai: die ersten echten Wärmegewitter, oft mit kleinem Hagel. Die Böden sind noch kühl, deshalb bleiben viele Gewitter kurz.
  • Juni: die Saison nimmt Fahrt auf. Lange Tage und feuchte Luft bringen die ersten Unwetterlagen mit Starkregen und Hagel.
  • Juli: oft der gewitterreichste Monat. Hitzewellen enden häufig mit kräftigen Gewittern an einer Kaltfront.
  • August: ähnlich aktiv wie der Juli, mit vielen nächtlichen Gewittern, weil Seen und Böden nach heißen Wochen viel Wärme abgeben.
  • September: deutlich weniger Gewitter, aber an Seen und im Süden der Alpen noch einzelne kräftige Zellen.
  • Oktober bis März: nur vereinzelte Gewitter, fast immer an Fronten oder in Kaltluft hinter Sturmtiefs.

Wie viele Gewittertage gibt es?

Grob gilt: Im Norden Deutschlands gibt es pro Jahr etwa 15 bis 25 Tage mit Gewitter, im Süden und im Alpenvorland oft 30 und mehr. Von Jahr zu Jahr schwankt die Zahl stark. Ein kühler, wechselhafter Sommer kann wenige Gewitter bringen, ein heißer Sommer mit vielen Hitzewellen deutlich mehr. Für einen einzelnen Ort zählt ein „Gewittertag“, wenn dort mindestens einmal Donner zu hören ist; Blitzzähler und Satelliten erfassen dagegen jede einzelne Entladung.

Wintergewitter

Im Winter fehlt die Wärme vom Boden. Gewitter entstehen dann vor allem, wenn sehr kalte Luft über ein vergleichsweise warmes Meer oder hinter einer kräftigen Kaltfront heranströmt. Wintergewitter bringen oft Graupel, Schneeschauer und Sturmböen. Sie haben weniger Blitze, aber die einzelnen Blitze sind manchmal besonders stark.

Gewitterlagen erkennen

  • Schwüle Hitze über mehrere Tage: Wärmegewitter jeden Nachmittag, örtlich sehr unterschiedlich.
  • Hitze, dann Kaltfront: die gefährlichste Lage, oft mit Unwettern an einem einzigen Tag oder Abend.
  • Kühle, wechselhafte Westlage: Schauer und kurze Gewitter, meist ohne Unwetter.

Gewitter und Klimawandel

Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, pro Grad Celsius etwa sieben Prozent mehr. Das bedeutet mehr Energie und mehr Wasser für Gewitter. Viele Studien erwarten deshalb, dass heftiger Starkregen bei Gewittern in Mitteleuropa häufiger und intensiver wird. Ob es insgesamt mehr Gewitter geben wird, ist dagegen weniger sicher, weil dafür auch Windverhältnisse und die Schichtung der Atmosphäre entscheidend sind. Sicher ist: Die Saison mit Gewitterpotenzial reicht heute oft vom April bis in den Oktober.

Was das für dich heißt

Plane Ausflüge, Bergtouren und Veranstaltungen im Freien im Sommer möglichst für den Vormittag. Sieh dir am Vortag das Gewitterrisiko für morgen an und am Tag selbst das Regenradar. Wie es in deiner Region in den letzten Tagen geblitzt hat, zeigen Blitze heute und Gewitter gestern.

Weitere Ratgeber

Diese Hinweise ersetzen keine amtlichen Warnungen. Maßgeblich sind die Warnungen von DWD, GeoSphere Austria und MeteoSchweiz.

In welchem Monat gibt es die meisten Gewitter?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz meist im Juni, Juli oder August. Die Saison reicht von April bis September.

Um welche Uhrzeit gibt es die meisten Gewitter?

Wärmegewitter am häufigsten am Nachmittag und frühen Abend. Gewitter an Kaltfronten können zu jeder Tageszeit kommen, auch nachts.

Gibt es Gewitter im Winter?

Ja, aber selten. Wintergewitter entstehen vor allem hinter kräftigen Kaltfronten und bringen oft Graupel, Schnee und Sturmböen.